Verfasst von: Barbara & Didier | April 25, 2017

Poverty Bay to Bay of Plenty

Goodday Everybody

Dem Zyklon Cook eine Nasenlänge voraus, fuhren wir auf direktem Weg zu Sally und ihrem Bruder Alan, die etwas ausserhalb von Gisborne in den Hügeln oberhalb der Bay wohnen. Sally hatten wir, wie auch Valerie und Pat, bei Claire und Clive in London kennengelernt. Während wir darüber lachten, dass Sally, Claire und Valerie damals bereits vor uns (!) vermuteten, dass Barbara schwanger war, zeigte Cook was er drauf hatte. Das Haus zitterte und ächzte bei jeder Böe und die beiden Wassertanks neben der Garage waren schnell voll. Letzteres war auch gut so, denn bei Sally und Alan fliesst ausschliesslich Regenwasser aus den Wasserhähnen. Uns dämmerte, dass das in unzähligen Häusern im ganzen Land so sein muss. Dass viele Grundstücke weder an eine Wasserleitung noch an die Kanalisation angeschlossen sind, das wussten wir. Aber wir hatten kautomatisch angenommen, dass die riesigen Wassertanks von einem Tanklaster mit Trinkwasser gefüllt werden. Stattdessen kommt das Wasser vom Himmel. In diesem Sommer musste jedenfalls niemand Wasser sparen… 

Zyklon Cook konnte toben wie er wollte, dem Pfusbus konnte er nichts anhaben.

Sallys und Alans Zuhause. 

Poverty Bay. So benannt, weil Cook (der Seefahrer, nicht der Zyklon) hier zuerst landete, aber von den Maori kein Proviant bekam. Im Gegensatz zur Bay of Plenty, wo er sich später reichlich bedienen konnte. 

Nachdem sich Cook (der Zyklon) verabschiedet hatte, strahlte wieder die Sonne vom Himmel. Sally hatte für die Ostertage ein richtiges Programm zusammengestellt und so wurden wir von ihr in und um Gisborne zu interessanten Orten chauffiert: Zu einem schönen Aussichtspunkt über die Poverty Bay, zu einem fägigen Spielplatz down town und in den Grey’s Bush, einem der letzten in der Region erhalten gebliebenen Waldstücke mit imposanten Bäumen und Farnen. Besonders spannend war ein Besuch bei Sallys Sohn Jock, dessen Frau Linda und den beiden Kids Lucy und Ross. Die beiden managen eine Schaf- und Rinderfarm von sage und schreibe 700 Hektaren. Sehr hügeliges Land allerdings, welches nur mit der Hilfe von Jocks Hunden bewirtschaftet werden kann. Jock nahm sich denn auch extra Zeit, um uns zu demonstrieren, wie das geht. Sechs Hunde hören auf seine Pfiffe, für jeden Hund andere. Rechts, links, vorwärts, stop, es war faszinierend, wie präzise die Hunde die Schafherde leiteten. Besonders eindrücklich ist es, wenn ein Hund einzelne Schafe zusammentreiben soll. Das Tier sieht wegen den vielen steilen Hügeln meist weder seinen Meister noch die Schafe und läuft nur durch Pfiffe geleitet in die gewünschte Richtung. Für uns ebenfalls faszinierend war die Selbstverständlichkeit, mit welcher die zweijährige Lucy zwischen der Hundemeute umherstapfte. Lysa und Julien trauten sich erst nach einer halben Stunde wieder von unseren Hüften runter und auch für uns war es gewöhnungsbedürftig, sechs aufgeregte, agile und bellende Hunde um uns herum zu haben. Zum Abschied durften alle noch eine Runde auf dem Quad drehen, sehr zu Juliens Freude. 

Jock mit seinen Hunden. Lucy im Vordergrund.

Quads fehlen in Neuseeland auf keiner Farm.

Juhuui, der Osterhase hat uns nicht vergessen!

Nachdem der Osterhase zum guten Glück daran gedacht hatte, Julien und Lysa auch im fernen Neuseeland ein Osternest zu verstecken, ging es mit vollem Schoggibauch nach Mahia. Der gemütlich kleine Ferienort verströmt eine relaxte Atmosphäre und besteht fast nur aus Bachs. Bach (sprich «Bätsch») ist die Abkürzung für Bachelor und steht in Neuseeland für Ferienhaus. Fast jede Familie besitzt ein Bach, das von einer winzigen Bruchbude bis zu einer regelrechten Villa alles sein kann. Das eigentliche Ziel des Tages war aber die Rangverkündigung des Hunting Festivals in Tiniroto. Dort trafen wir wieder auf Jock sowie Sallys zweiten Sohn Gus mit Grosskind Ben. Alle drei sind passionierte Jäger und haben am Wettbewerb teilgenommen. Je grösser der Hirsch, die Wildsau, das Possum oder der Hase, desto weiter vorne war man im Klassement. Wobei Possum und Hasen für die Kategorie Kinder reserviert waren. Nach einem ersten Augenschein meinte Jock zu Barbara: »You probably have never seen so many dead animals at one place in your live». Wo er recht hat, hat er recht.

On the road in der Nähe von Mahia.

Die Atmosphäre glich jener von einem Schwingfest.

Bei näherer Betrachtung dann doch eher nicht.

Wie im Shire von Frodo und Co.

Mit Älplermaccaroni brachten wir am letzten Tag ein bisschen Schweizer Tradition auf den Esstisch von Sally und Alan. Am folgenden Morgen hiess es dann Abschied nehmen. Mit Eiern von Sallys Hühnern, Wildsalami von Jock, Kumara (Süsskartoffeln) und Kürbis beladen, rollte der Pfusbus weiter zu neuen Abenteuern. Thank you so much for everything Sally and Alan! We enjoyed your company very much.

Alan und Sally mit Team Pfusbus.

Frühmorgens im Waioeka Gorge.

Der SH2 schlängelt sich während vielen Kilometern durch die Waioeka Schlucht mit einheimischem Busch. Bei spätherbstlichen Temperaturen verbrachten wir eine Nacht mitten in dieser tiefgrünen Landschaft, wo zur Freude von allen sogar Feuer machen erlaubt war. Ein wolkenloser Himmel am nächsten Tag und weit und breit kein Zyklon in Sicht, perfekte Bedingungen für ein paar Ferientage am Meer. Wir wollen gar nicht wissen, wie es im Ohope Beach Top10 Holidaypark in der Hochsaison ist. Aber jetzt in den neuseeländischen Herbstferien ist der Camping direkt am Strand nicht einmal zu einem Viertel gefüllt. Mehr als genug Platz auf dem Jumping Pillow, die Kidz haben es genossen.

Rugby Training. Hart erkämpfter Try für Rohrer Senior.

Sonnenuntergang am Ohope Beach, jetzt schon um 17:15 Uhr.

Die Zeit vergeht schneller, als uns lieb ist. Bereits sind ein Staubsauger für die grosse Pfusbusputzete, die Rückverschiffung und ein Hotelbett für die letzten zwei Nächte organisiert. Der Keller, sprich unsere Food-Vorratskiste, wird langsam geleert, der Pfusbus nicht mehr getankt. Die Tage in Neuseeland sind gezählt. Wir geniessen jede Minute!

Bis zum letzten Mal,

Die Pfusbüssler

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Responses

  1. So einmalige Erlebnisse und Bekanntschaften! Geniesst eure letzten NZ-Tage noch, wir wünschen euch einen guten Reise-Abschluss und freuen uns auf ein Wiedersehen zurück in der Heimat. Wir kommen dann Ende Mai heim.


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