Verfasst von: Barbara & Didier | März 19, 2017

Napier, Taupo, Rotorua

Kia Ora

Nach der Provinz also auf zu den Touristenhotspots. Erster Halt Napier: Die Innenstadt wurde bei einem schweren Erdbeben 1931 komplett zerstört und nach damaliger Mode neu aufgebaut. Seither wirbt Napier mit seinen Art Deco Gebäuden um die Gunst der Touristen. Uns hat es nicht aus den Socken gehauen, aber das mag auch am Wetter gelegen haben. Während einem Gespräch mit einer Neuseeländerin erwähnte sie beiläufig „Now that winter is coming, ….“. Tatsächlich hat Petrus wohl gedacht, dass im 2017 zwei Wochen Sommer ausreichen. Wir sagten der Ostküste vorläufig Byebye und machten auf dem Weg nach Taupo Halt auf einem DOC Camping irgendwo im Niemandsland. Der Pfusbus meinte, es wären noch 12.5 Grad, und das um 12 Uhr mittags. Dafür hatte es praktisch keine Sandflies und andere Camper. Tags darauf schob Petrus tatsächlich noch einen Sommertag ein, ein herzliches Dankeschön von unserer Seite!

Napier, Art Deco Capital.

Campen im Nirgendwo. Winter is coming.

Dann kam die Sinnflut und unser „privates“ WC-Häusschen auf der anderen Seite vom Bach war nicht mehr zu erreichen, von den benötigten vier Steinbrocken zur Überquerung lugte nur noch einer knapp aus den Fluten. Also auf zum Touristenhotspot Nummer 2. Taupo wirbt vor allem mit Jetboats, Skidiving und anderen adrenalinfördernden Attraktionen, wir hingegen fütterten im Ortsmuseum und Vulkancenter wieder einmal unsere Hirnzellen.

In Orakei Korako brachte uns der Fährimann zu einem geothermisch aktiven Gebiet. Trotz Dauerregen bot die Natur ein imposantes Schauspiel für Augen, Ohren und Nase: Es dampfte, zischte, blubberte und stank nach faulen Eiern, was das Zeug hielt. Dabei gab der erst kurz vor der Reise gekaufte Fotoapparat den Geist auf, wahrscheinlich wurde ihm schlecht… 

Orakei Korako.

Weitere 24 Stunden Dauerregen später, es war langsam aber sicher ungemütlich mit all den pflotschnassen Kindern und Kleidern im Pfusbus, kam endlich wieder die Sonne raus. Mit der Sonne aber leider auch ziemlich viele Bienen, und eine davon beschloss ohne ersichtlichen Grund, die allergische Barbara in die Wade zu stechen. Mit dem Resultat, dass wir einen Tag früher als geplant in Rotorua, dem nächsten Touristenhotspot, landeten. Und zwar in der Notfallaufnahme im Spital. Alles kam gut und sogar noch besser, als Marta uns ohne zu zögern zu sich heim nahm. Wir konnten den Pfusbus bei ihr parkieren, sie schloss die Kinder sofort ins Herz und spielte und bastelte mit ihnen, erzählte aus Bilderbüchern und sang Lieder vor. Dann assen wir auf dem Stubenboden Pizza und alle waren glücklich und zufrieden. Die nächsten Tage gingen wir ruhig an, ein Picknick im Park, Besuch beim Coiffeur, Epipen und Notfallmedis ersetzen und schliesslich fand die nette Dame im i-Site auch noch ein freies Motelzimmer. Nach zwei Nächten auf Martas Vorplatz parkierten wir also den Pfusbus vor Unit Nummer 17 im Alpin Motel. Zwar nicht unbedingt ein Bijou, aber wer hat schon einen eigenen Hotpool vor dem Zimmer?! Die Kinder waren restlos begeistert und kaum mehr aus dem Wasser zu bringen. Wir unsererseits konnten es kaum erwarten, bis die Kleinen endlich im Bett waren. Denn dann kam die Zeit zu zweit unter dem Sternenhimmel… Und später, schon im Bett, ein Erdbeben (also ein wirklich richtiges!).

Die Fahrt nach Rotorua hatten wir uns irgendwie anders vorgestellt.

Marta, unsere Hilfe in der Not. Thanks a lot!

Mona Lysa.

Das nächste Highlight folgte bald, ebenfalls in Form von heissem Wasser. Im Te Puia Thermal Reserve erfüllte sich ein weiterer Traum von Julien: Einmal einen Geysir sehen. Pohutu speit einmal die Stunde bis zu 30 Meter hoch und der kleinere Prince of Wales Feathers bringt es immerhin auf 9 Meter. Die anderen Geysire sind alle gerade am Schlafen. Jeder hat seinen eigenen Rhythmus oder aber gar keinen. Einer spie zum Beispiel im Jahr 2015 sechsundreissig Stunden nonstop, aber vorher jahrelang gar nicht und seither auch nicht mehr. Seit die unterirdischen Heisswasserquellen, die in den 80zigern für das Beheizen der Häuser angezapft wurden, nicht mehr missbraucht werden, dampft und faucht und speit es in und um Rotorua aber grundsätzlich wieder mehr. Immer mal wieder dampft es aus einem Spalt im Trottoir heraus und Schwefelschwaden ziehen durch die Stadt bis in unser Motelzimmer.

Pohutu (rechts) mit ihrem kleinen Bruder.

​Noch eindrücklicher mit Ton.

Anschauungsunterricht.

​Lysa meint, hier könnte man Teigwäleli kochen.

Vorhin kam Marta vorbei und holte die Kinder und Barbara zu einem Abendspaziergang in den Redwoods ab. Die Sequoia werden in ihrer Heimat an der Westküste Amerikas über 110 Meter hoch. In Neuseeland wurden sie 1901 zusammen mit anderen Baumsorten versuchsweise angepflanzt um festzustellen, welche Bäume hier am schnellsten wachsen. Das Highlight für die Kids waren allerdings die Glühwürmer. Zurück im Motel rannte eine überaus stolze Lysa dem Papi mit weit ausgestrecktem Zeigefinger entgegen: „Lysa het Lülüümli ufe Fingel gha, Papi!“.

Jetzt geht es ab ins Bett. Und morgen gehen wir das Grosi abholen, jupeejeee!

Bis zum nächsten Mal, die Pfusbüssler

Verfasst von: Barbara & Didier | März 12, 2017

The Wairarapa

Hi Folks

Wie geht es euch? Uns hat die Nordinsel wieder. An Wellingtons Waterfront angekommen, nahmen die Kids sofort den altbekannten Leuchtturm-Spielplatz in Beschlag und nichts und niemand brachte sie von dort so schnell wieder weg. Wir genossen die Sonne und später was Feines beim Japaner, die Geschichte wiederholte sich. Aus einer Übernachtung im Hotel hingegen wurde nichts, total ausgebucht die Stadt. Das altbekannte Problem, dass der Campingplatz sehr weit ausserhalb liegt, haben wir dann mit einer Nacht auf dem Parkplatz des Te Papa Museum gelöst. Das war vollkommen legal, zentraler geht es nicht mehr und die Kinder schliefen herrlich. Nur uns Oldies waren der Verkehr und die besoffenen Ausgänger zu laut zum schlafen. Früher wären wir wohl selber trinken gegangen, die Zeiten ändern sich.

Dementsprechend müde waren wir tags darauf, jedenfalls bis wir in Masterton in der Memorial Hall sassen und den fehlenden Schlaf komplett vergassen. Da fand nämlich, so hat uns eine Spielplatzbekanntschaft in Wellington gesagt, die Weltmeisterschaft im Schafschären statt. Es war dann zwar nicht World Championship sondern World Premier Championship, aber das tat dem Erlebnis keinen Abbruch. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen aus Neuseeland, Australien, Schottland und Wales, klassische Sheepcountries also, und massen sich im Schafschären, Wolle sortieren und Wolle pressen. Bei allen drei Disziplinen ging es um Schnelligkeit und Präzision, Strafpunkte wurden mit der gestoppten Zeit zu einer Punkteanzahl hochgerechnet.

Wir sassen noch keine fünf Minuten auf der Zuschauertribüne, da setzte sich auch schon ein Herr in offiziellem Hemd und Kravatte zu uns und erklärte uns den Ablauf. Ein Blick durch die Halle und es war klar: Wir waren weit und breit die einzigen Touristen im Saal. Keine halbe Stunde später der nächste Herr, der uns mit den Worten „You are tourists, come with me“, gleich mit hinter die Bühne nahm und uns alles, aber wirklich alles von Anfang an erklärte und zeigte. Das fing an mit „This is a sheep. Are you with me?“, da wo die Wollknäuel auf die Bühne zu den Schafschärern beziehungsweise Wollsortierern geschleust wurden, bis dorthin, wo die geschorenen Tiere und die sortierte Wolle von Juroren bewertet und entsprechend Strafpunkte vergeben wurden. Dann weiter zur Verpflegungsküche für die Volunteers, durch den Aufenthaltsraum, das von zwei Frauen bewachte Pokal- und Preisgeldzimmer, den Presseraum und schliesslich wieder an den Kommentatoren vorbei zurück in die Halle. Und natürlich wurden wir allen und jedem vogestellt. Für Bewegung und frische Luft sorgte zwischendurch der geniale Spielplatz gleich enet der Strasse, wobei wir das Ticket am Eingang nie aus der Hosentasche kramen mussten: „We know you guys“.

Abends auf dem Campingplatz gab es ein Wiedersehen mit unserer Wellingtonspielplatzbekanntschaft, die uns ja überhaupt erst auf die Idee gebracht hatte, dem urneuseeländischen Spektakel beizuwohnen. Nevio, nur einen Tag jünger als Lysa, verstand sich auf Anhieb gut mit unseren Kids und die drei spielten, wie könnte es anders sein, Schafschären bis der Mond aufging. Dabei musste der halbe Rasen vom Campingplatz dranglauben, das ausgerissene Gras war die Wolle…
Eventhalle.

Backstage.

​​​Laura Bradley, vorne rechts, führte das Zwischenklassement bei den Intermediates an. Je tiefer die Punkte, desto besser.

Ehe wir uns versahen, sassen wir am nächsten Tag erneut auf der Zuschauertribühne. Diesmal ging es bei den Junioren um die Medallien, den Intermediates um den Finaleinzug und die Elite schärte wie wild in den Vorrunden. So ein Profischärer braucht nur etwas mehr als eine Minute pro Schaf, sechs Schafe pro Runde waren gefragt. Uns schmerzte der Rücken nur schon beim Zuschauen.

Waren wir nicht gerade mit Schafschärenschauen beschäftigt, tauchten wir in das Leben der Mastertoner ein. Jede und jeder hatte Zeit für ein Gespräch, die Verkäuferinnen in den Läden genauso wie die Angestellten vom Wollmuseum oder im Infobüro.

Määäähh.

Und dann fiel uns ein unscheinbarer Visitorguide der Region in die Hand. Kurz darauf fuhren wir zum kleinen Flughafen, wo man das auf Flugzeuge vom ersten Weltkrieg spezialisierte Museum nur fand, wenn man sehr genau danach suchte. Die Ausstellung, das merkten wir schnell, hatte Weltklasseformat. Jeder Flieger, ob Original oder exakte Replica, wurde nämlich noch geflogen. Leider nur einmal im Monat und nicht an unserem Besuchstag. Aber während uns ein älterer Herr, mit ölverschmierten Lumpen in der Hand, durch die Sammlung führte, kam doch tatsächlich der Pilot mit einer jungen Dame im Fliegerkombi und schicken Sandalen herein, setzten sich in die P-40 aus dem Zweiten Weltkrieg und voilà, wir kriegten sozusagen eine private Airshow! Und wie wir da nach dem Flug so ins Gespräch kamen, erwähnte die Frau, dass sie gerade das Flugbrevet macht, sie bald im Kashmirgebirge snowboarden geht und diese exklusive Flugzeugsammlung Peter Jackson gehört. Genau, dem Peter Jackson, Regisseur und Produzent von Lord of the Rings. Nach dieser Enthüllung hätten wir gerne auch noch rausgefunden, wer diese Frau genau war…

Für das wurden also unsere LOTR Kinoeintrittgelder gebraucht (unter anderem).

​Ein P-40 Manöver. Fast wie in „Pearl Harbour“.

Lysa wird von der schönen Unbekannten neben Eugene, den Piloten gesetzt.

Etwas Einmaliges erwartete uns auch im National Wildlife Centre vom DOC (Department of Conservation). Dort werden bedrohte einheimische Vogelarten gezüchtet und auf die Auswilderung vorbereitet. Vor wenigen Jahren schlüpfte zum grossen Erstaunen aller Beteiligten ein weisser Kiwi aus seinem Ei. Manukura, vom örtlichen Maori Chief getauft, ist kein Albino, sondern beide Elterteile trugen ein sehr seltenes rezessives Gen in sich, das die Pigmente in den Federn reduziert. In der Wildnis hätte sie nicht überlebt, weil sie im Dunklen praktisch glüht. Manukura war denn auch nicht zu übersehen in ihrem Nocturama und wir durften ihr eine ganze Weile bei der Futtersuche zuschauen. Jetzt haben wir auch eine Manukura im Pfusbus, eine aus Plüsch, die mit Julien durch dick und dünn geht.

Die weisse Manukura ist eigentlich ein North Island Brown Kiwi.

Ja und dann stand da noch so eine Telefonnummer in diesem Visitor Guide, die wir anriefen und dank der wir dann ein paar Tage später in Dannevirke, einem anderen Provinznest, mit dem Maori Steve ein Marae besuchen durften. Marae ist die Bezeichnung für eine Art Gemeindezentrum mit Versammlungshaus. Für die Maori sind sie ein heiliger Ort und dürfen daher nur mit einer persönlichen Einladung betreten werden. Touristen sind deshalb in der Regel auf eine kommerzielle Tour angewiesen. Wie uns Steve im Whare Runanga, dem Versammlungshaus, auf Maori begrüsste und sich dann geschlagene drei Stunden Zeit nahm, um uns jede Menge über Herkunft und Kultur der Maori zu erzählen und unsere Fragen zu beantworten, war daher ebenfalls eine ganz spezielle und wertvolle Erfahrung. Many Thanks Steve!

Traditionell sind die Whare Runanga mit reichen Schnitzereien verziert.

Eintreten darf man nur barfuss. Jede Schnitzerei erzählt eine eigene Geschichte.

Mit Steve am Diskutieren.

Ach ja, auch unsere Pfusplätzchen waren irgendwie anders als sonst. Übernachtet haben wir auf Campingplätzen mitten in der Stadt und doch erstaunlich ruhig, auf einem DOC Platz wo gerade eine Waldhochzeit stattfand oder auf einem Golfplatz, den wir nach Sonnenuntergang praktisch für uns allein hatten. Noch nie sind wir so wenig anderen Reisenden begegnet. Im Reiseführer steht wortwörtlich, die Gegend hat für Touristen nicht viel zu bieten und das restliche Neuseeland bezeichnet die Region als tiefste Provinz. Wir mögen sie sehr, die Provinz!

Jetzt erwarten uns die Touristenhotspots! Bis zum nächsten Mal,

Die Pfusbüssler

Verfasst von: Barbara & Didier | März 7, 2017

Northwest South Island

Hello out there

Seit dem letzten Post ist ganz schön viel passiert. Wo sind wir stecken geblieben? Nach ein paar gemütlichen Tagen in Punakaiki machten wir den Pfusbus wieder reisefit und rollten der Westküste entlang bis wortwörtlich die Strasse endete, eine 100 km lange Sackgasse!

Das Pfusplätzchen direkt am wilden Strand war herrlich und endlich war es wiedermal erlaubt, ein Feuer zu machen. Fleisch hatten wir am Ende der Welt zwar keines in der Kühlbox, aber der Rauch vertrieb immerhin die Hälfte der geschätzt 2 Millionen Sandflies.

Schönes Pfusplätzchen im Sandfly Paradies.

Julien kümmert sich um die Toasts zum Frühstück.

Tags darauf nahmen wir etliche Kilometer Gravelroad unter die Räder zu einer Sackgasse in der Sackgasse und wanderten zu einem Kalksteinbogen mitten im Urwald. Allen voran Lysa im Schnellzugstempo, wir fragten uns, ob sie wohl im Geheimen eines von Didiers Notfall-Redbulls erwischt hatte. Auf jedenfall wanderte sie fast eine Stunde lang ohne auch nur einmal zu sagen „Tlage, Mami!“.

Zu gross um ganz auf das Foto zu passen.

Gentle Annie Point.

Dann war es Zeit für die Golden Bay und den Abel Tasman Nationalpark. Auf dem langen Weg dorthin war eine Übernachtung nötig und der legale Gratisstellplatz hätte uns auch ganz gut gepasst. Wären da nicht die Grillen gewesen. Kaum zu glauben, was die für einen Krach machten! Lysa hielt sich nach dem Aussteigen die Ohren zu und auch für die anderen drei war es schlicht viel zu laut auf die Dauer. Also trotz Hunger und Müdigkeit wieder einsteigen und angurten und weiterfahren. Per Zufall landeten wir dann bei Don auf seinem winzigen Campingplatz mit Biogemüsegarten und eigenem Flussabschnitt. Vor dem Znacht ein erfrischendes Bad im Fluss, zum Znacht Salat und Kräuter direkt ab Beet, herrlich bei fast dreissig Grad im Schatten!

Die Wetterapp zeigte für die kommenden Tage ein Sünneli nach dem anderen, weshalb wir ganz hoch bis zum Farewell Spit bummelten. Der für die Öffentlichkeit nicht zugängliche schmale Landstreifen machte nur wenige Wochen vorher traurige Schlagzeilen, weil hunderte Wale strandeten. Ein paar staubige Kilometer in entgegengesetzter Richtung lag der Wharariki Beach, ein lohnenswerter Abstecher, wie uns eine Einheimische sagte. Und wie! Nach einer abwechslungsreichen Wanderung über Schafweiden, durch Wälder und Dünen und über den wunderschönen Strand endete der Pfad an einem natürlichen Pool, wo sich ein Duzend junge Seehunde vergnügten. Die quietschfidelen Tiere mit ihren grossen schwarzen Augen boten eine riesen Show!

Wharariki Beach.

​​​Showtime!

Am Chillen.

Der Abel Tasman Nationalpark ist berühmt für seine schönen Buchten mit goldenem Sand. Mit den Kids kam weder die berühmte Mehrtageswanderung noch die Mehrtageskanufahrt in Frage, weshalb wir einmal mehr eine lange Gravelroadsackgasse unter die Räder nahmen. Pfusbus und Fahrer machten ihre Sache einmal mehr bestens. Der DOC Camping mit Platz für fast 1000 (!) Personen muss in der Hochsaison für Ruheliebende wie unsereins ein Alptraum sein, jetzt aber fanden wir ein ruhiges Plätzchen, genossen viele Stunden am Strand und ein paar weniger auf den Wanderwegen ringsum. Im glasklaren und ruhigen Meer konnten wir Krebse und Seesterne rumkrabbeln sehen und auf einem kleinen, von allen anderen Wanderer links liegengelassenen Rundwanderweg, flatterte ein Fantail von Ast zu Ast. Ein Vogel mit wunderschönen Schwanzfedern, den wir bisher nur von Bildern kannten.

Typisch Abel Tasman NP.

Wanderung im Dschungel

Unser Badestrand von oben.

Te Waikoropupu Springs: Die grösste Süsswasserquelle der südlichen Hemisphäre.

Auf der Rückfahrt nach Nelson machten wir einen Halt bei Maria und Roger. Die beiden hatten wir auf dem Camping in Punakaiki kennengelernt, wo sie uns kurzerhand eingeladen hatten, auf ihrem Grundstück zu campen. Natürlich blieb es nicht nur beim Campen! Wir genossen ein typisch neuseeländisches Abendessen mit Wein und Wildsau aus der Region und Roger holte uns eine ganze Wabe voller Honig aus einem seiner Bienenstöcke. Mit Jack und Daniel, die gerade ein paar Tage bei ihren Grosseltern verbrachten, hatten Lysa und Julien auch gleich zwei Gspändli zum Spielen. Thank you so much for having us!

 
Roger an der Arbeit.

Abschiedsfoto (ohne Jack, der musste zur Schule).

Die allererste Nacht auf der Südinsel verbrachten wir damals in der Aussie Bay, warum also auch nicht die letzte? Diesmal war es erheblich ruhiger auf dem kleinen Stellplatz, die Hochsaison scheint definitiv vorbei zu sein, was uns ganz recht ist. Zum Abendessen gab es Wild, ein von Roger persönlich geschossenes Abschiedsgeschenk. Es war köstlich. Wild gilt in Neuseeland als Plage, da es nicht endemisch ist, also eingeführt wurde. Es vermehrt sich auch wie wild, weshalb man es ohne Einschränkung jagen darf.

Übrigens fragt ihr euch vielleicht, warum wir seit Punakaiki wieder plusminus die gleiche Strecke rauffahren, die wir runtergekommen sind vor ein paar Wochen. Der Grund ist das schwere Erdbeben an der Ostküste vom Dezember. Die Küstenstrasse von Christchurch nach Picton ist immer noch nicht durchgehend geöffnet, was nicht nur für uns einen riesen Umweg quer über die Südinsel bedeuted.

Früh am nächsten Morgen rollten wir die kurvige Strasse rüber nach Picton und rauf auf die Fähre und verbrachten die drei Stunden Überfahrt hauptsächlich mit Essen. Das Schiff war zwar wesentlich grösser als das letzte, dafür die Spielecke wesentlich kleiner. Da aber unsere Kinder fast noch lieber Essen als Spielen, waren alle glücklich und zufrieden. Und bald rollten wir im altbekannten Wellington an Land: Auf zum Lieblingsspielplatz!

Wer findet den Pfusbus?

Have fun!

Die Pfusbüssler

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