Verfasst von: Barbara & Didier | Februar 1, 2017

Adventure at Aoraki

Dear all

Höher geht es nicht: Der Aoraki bzw. Mt Cook ist mit 3754 M.ü. M. der höchste Berg Neuseelands. Hoch war auch der Abenteuerfaktor während unserem Aufenthalt an seinem Fuss. Fast hätte es gereicht, um die ‚Wirsindsoebenmitdemlebendavongekommen’-Ovoschoggi, die während grösseren Reisen standartmässig an Bord ist, anzuknabbern.

Wir haben es mehrmals gehört: Am Südende vom Lake Pukai gibt es einen Gratiscamping mit super Sicht auf den Mt Cook. Nun ja, bei Regen war die Sicht nicht gerade berauschend, also konnten wir die restlichen fünfzig Kilometer bis Mt Cook Village auch gleich unter die Räder nehmen. Regen sei Dank war kein Gedränge auf dem einzigen Camping im Tal dem White Horse Hill vom DOC. Wir stellten den Pfusbus auf ein Kiesplätzchen, schalteten zum ersten Mal überhaupt die Standheizung ein und verbrachten den ganzen Abend indoor. Während die Temperatur immer mehr sank, regnete es munter weiter. Wir waren parat für eine kalte Nacht. Im luftigen ersten Stock steckten wir Lysa im Langarmfliespyjama inklusive Thermohose, Faserpelzjacke und Mütze in den dicken Schlafsack, während im Erdgeschoss wegen der Standheizung zumindest Jacke und Mütze weggelassen werden konnten. Irgendwann mitten in der Nacht dann die Feststellung: Es hat aufgehört zu regnen, alles ist ganz still. Viel zu still eigentlich! Um halb fünf erwachte Barbara, weil es eiskalt war im Parterre. Die Standheizung hatte wohl keinen Bock mehr auf Arbeit und es war nicht sofort klar, ob Julien tiefgefroren oder im Tiefschlaf war. Also erst Mal auch im Erdgeschoss mit warmer Kleidung aufstocken. Deswegen erwachte auch Didier, zum Glück! Einzig die aufeinandergestapelten Kleiderkisten bewahrten Lysa und ihn im ersten Stock davor, plattgewalzt zu werden: Das Hochstelldach war kollabiert! „Holy shit!“ hätte Mark Watney gesagt. Ein Blick aus dem Fenster lieferte die Erklärung: Es schneite! Es schneite grosse pflotschige Scheeflocken. Nach dem ersten Schrecken fanden Lysa und Julien diese Tatsache super im Gegensatz zum Papi, der gar nicht amused war, morgens um fünf Schnee vom Pfusbusdach zu räumen. Das Dach hielt trotzdem nicht mehr, aber hey, die markwatneymässige Reperatur verhalf unserem 7 Wochen alten Sonnenschirm zu seinem allerersten Einsatz! Wer jetzt nicht weiss, wer Mark Watney ist, dem sei das Buch „The Martian“ zu empfehlen, sehr gute Story! Item, die Kids freuten sich auf die Schneeballschlacht und schlummerten wieder ein und die Standheizung machte sich auch wieder an die Arbeit.

Pfusbusschlafzimmerblick 6:00 am.

Aushilfsjob für die Sonnenschirmstange.

Um 9:00 am wurde es wieder lauter, es regnete…

Und es regnete munter weiter. Die sms von Guide Charly war dann auch keine Überraschung, die gebuchte Glacier Seekayaking Tour war gecancelled. Wegen so ein bisschen Wind und Regen liessen wir uns aber den Tag nicht verderben. In Vollmontur wanderten wir zum Tasman Glacier View Point und spätnachmittags gleich noch zum Kea Point. Die Kinder sind mittlerweile beide richtige Weitwanderer und sind fast immer für die schönen Kurzwanderungen zu haben, von denen es hier in Neuseeland an jeder Ecke welche gibt. Und sollten mal Lieder singen, diverse selbsterfundene Spielchen spielen und gutes Zureden nicht mehr helfen, dann hat es im Rucksack ein Kuukiduuki (Schokoladencookie) zur Konsumation am Ziel. Erfolgsfaktor: 100%.

Aussicht vom Kea Point.

Hooker Valley Track.

Und vom Tasman Glacier View Point.

Eisberge auf dem Tasman Lake.

Auch die nächste Nacht war nicht zum Durchschlafen. Plötzlich war es auch ohne Heizung viel zu warm im Pfusbus und wir mussten uns tatsächlich mitten in der Nacht aus den Icebreaker-Thermokleidern schälen, was für ein verrücktes Wetter hier beim Aoraki! Und dann ein Weltklassestart in den nächsten Tag: Zmörgelen im T-Shirt, das konnten wir schon seit Wochen nicht mehr! Diesmal keine Textmessage von Charlie, also die Wanderschuhe schnüren und ins Village laufen. In der Mountaineers Hut gönnten wir uns einen köstlichen Burger, dann wanderte Didier mit den Kids zurück zum Cämpeling und Barbara machte sich mit Charlie und einem Paar aus Arizona auf zu den Eisbergen. Es kam wie es kommen musste, der Boss nahm hinten im Kayak platz und Barbara vorne. So gesehen sicher der sicherste Platz, aber definitiv auch der anstrengenste: „Pull hard, Barbara, pull! Nice long strokes, Barbara! Pull hard!“ So einen kleinen Eisberg von nah zu sehen und gar anzufassen war eindrücklich. Von den grossen mussten wir aber gebührenden Abstand halten. Kippt ein Eisberg oder brechen grössere Stücke ab will man lieber nicht in der Nähe sein, denn ein Bad im Gletschersee hätte üble Folgen. Auch Flutwellen von Gletscherabbrüchen sind gefürchtet, insbesondere wenn man sich in Ufernähe aufhält. Infolge vom Christchurch-Erdbeben brach vom Gletscher ein 30 Mio t grosses Stück ab und schickte 3 Meter hohe Wellen über den See! Nach ein paar eindrücklichen Stunden auf dem Wasser ging es zu Fuss zurück zum Pfusbus, wo gut gelaunte Kinder warteten und Didier bereits am Abendessen kochen war. Die beiden offenen Blasen an den Daumen werden noch lange an diese verrückte Kayaktour erinnern.

What a view! Links der Mt Cook.

Auf Tuchfühlung mit den Eisbergen.

Die nächste Nacht dann war moderat und bestens zum Durchschlafen geeignet. Der Campingplatz platzte nun aber aus allen Nähten und wir machten den Schönwettertouristen platz. Ein Fahr- und Supplytag war angesagt. Mit vollem Tank und voller Kühlbox stellten wir den Pfusbus in Moeraki auf ein windgeschütztes Plätzchen und gönnten uns wiedermal den Luxus einer Dusche und unseren Kleidern ein paar Umdrehungen in der Waschmaschine. Das Kleidertrocknen war eine sportliche Angelegenheit, Sonne und Regen wechstelten sich im Stundentakt ab. Unerwarteterweise blieben wir in diesem winzigen Hafenkaff mehrere Tage stecken. Der Camping war nur halbvoll und angenehm ruhig, das Pupessen in der Taverne erinnerte an Good Old Scottland und Strand und Spielplatz waren in bequemer Kinderspazierdistanz. Ein bisschen weiter weg waren die Moerakiboulders, der Hinweg via Beach sind die Kinder selber gewandert, der Rückweg dann waren sie auf unseren Schultern. Ein bisschen Tempo war angesagt, sonst hätte uns die Flut den Weg abgeschnitten. Es hat halt sehr lange gedauert, um diese paar Bilder mit Steinkugeln, aber ohne andere Touris knipsen zu können:



Jetzt wünschen wir Euch eine gute Zeit! Wir melden uns wieder ganz aus dem Süden. 

See ya, die Pfusbüssler

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Responses

  1. Herzlichen Dank für die interessanten, schönen und lustigen Berichte aus Neuseeland!
    Liebe Grüsse Gotte Therese


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