Verfasst von: Barbara & Didier | Februar 1, 2017

Wildlife in the South

Hallo Zusammen,

Eines schönen Abends, es regnete in Strömen, machten wir uns auf zur Pinguinexpedition. Ein voller Erfolg, gleich sechs Yellow Eyed Pinguins zeigten sich uns! Diese stark bedrohte Pinguinart ist die drittgrösste nach den Kaiser- und Königspinguinen. Es gibt nur noch wenige 100 Tiere in Festlandkolonien. Der grösste Feind ist der Mensch bzw. die von ihm auf Neuseeland eingeführten Tiere wie Hunde, Katzen und Possum, aber auch Begegnungen mit Fischernetzen können tödlich enden. Nicht zu vergessen sind all jene Touristen, die den Pinguinen viel zu nahe kommen und dadurch bei den Tieren gefährlichen Stress verursachen. Kein Wunder sind die meisten Brutplätze nicht mehr öffentlich sondern nur noch geführt zugänglich.

 
Yellow Eyed Pinguin. 

Seehund am Pfusen. 

In Duniden, es regnete in Strömen, hielt uns nicht viel auf, zumal die VW-Califonia-Bekanntschaft von den Pancakerocks das geplante Date kurzfristig platzen liess. Auf der Otagopeninsula kam dann aber tatsächlich wieder einmal die Sonne raus, also sofort eine Tour zur Albatroskolonie buchen! Laut dem Webeflyer ist es die einzige Kolonie von Albatrossen auf dem Festland. Hmm, seit wann ist die Südinsel ein Festland? Werbegag hin oder her, so ein Riesenvogel fliegen zu sehen wär schon schön. Bei schönstem Wetter hörten wir am nächsten Tag also die junge Tourguidin sagen „Bei diesem Wetter fliegen Albatrosse leider höchst selten, es ist viel zu schön!“. Nun, mit einem Gewicht von 5 bis 7 Kilo braucht es trotz einer Flügelspannweite von 3 Metern schon ein bisschen Wind, damit der Königsalbatros vom Boden wegkommt, das können wir verstehen. Um so schöner das Gefühl, als tatsächlich ein Albatros  zwei Runden vor der Beobachtungsstation drehte! 

Königsalbatros am Brüten.

Königsalbatros am Fliegen.

Die Gruppenführung wurde ein paar Minuten später zur Privatführung. Wir vier waren die einzigen, die sich auch noch für das Fort interessierten. Was für ein glücklicher Zufall! Nicht wegen der Führung an sich, aber wie wir da so mit Sommer ins Gespräch kamen, gab sie uns einen unbezahlbaren Tip mit auf den Weg. Über kleine und kleinste Gravelroads ging es also weiter zum wunderschönen und fast menschenleeren Allens Beach, wo die Kinder wortwörtlich zwischen Seelöwen sandeleten! Ein Spektakel der Sonderklasse (die Seelöwen, nicht die Kinder)!

Seelöwen sind nicht menschenscheu. Dieser Teenieboy kam grad aus dem Wasser.

Am Posen für das Fotoshooting.

Fischen macht müde.

So viel Glück mit Pinguinen, Albatrossen und Seelöwen macht seelig und wir werden diese wunderbaren Begegnungen für immer in Erinnerung behalten. Aber das war noch nicht alles! Während wir so in den Catlins herumcruisten, mal da eine Wanderung zu einem Leuchtturm oder Wasserfall machten, mal dort an einem Strand am Sandelen waren, landeten wir eines Tages in der Porpoise Bay. Und wie wir da so die Füsse ins Meer hielten und ein paar Meter weiter draussen ein paar Leute im Neoprenanzug herumplantschten, kamen zwei der ganz seltenen Hectordelfine angeschwommen! Es war kaum zu glauben, aber die beiden neugierigen Tiere schwammen immer wieder kreuz und quer zwischen der kleinen Menschengruppe hindurch.Wir waren schlussendlich mittendrin, mit den Kleidern notabene.

Links die drei Rohrers, rechts die zwei Rückenflossen.

Am Surfen.

Nugget Point.

Hectordelfine kommen einzig vor Neuseeland vor und es gibt nur noch zwischen drei und viertausend Tiere. Die Porpoise Bay ist gemäss Infotafel weltweit der einzige Ort, wo sich Delfine ohne von Menschen mit Futter angelockt zu werden so nah an einem Badestrand tummeln.

Der südlichste Punkt der Südinsel schien uns ein guter Ort zum Frühstücken nach einer sehr nassen Nacht auf einem sehr nassen Feld mit Fellowcampern, die lieber ihre Fahrzeuge im Schlamm versenkten, als vorher die Hirnzellen einzuschalten. Eine Regenpause kam uns sehr gelegen für einen Ausflug zum Waipapa Point, where you can tip toe around Sealions, gemäss Reiseführer. Seelöwe war grad keiner in der Nähe, aber zum Sandelen und Muschelsuchen war der wilde Strand perfekt, zumal endlich wieder Mal die Sonne zwischen den Regenwolken hervorlugte. Auf einmal kam unweit von Barbara und Lysa ein Seelöwenmännchen aus dem Wasser, rollte sich im Sand hin und her und legte sich dann zum Pfusen nieder. Lysa schaute dem Bigboy eine Weile zu und rannte dann Papi und Julien entgegen, die nahe der windgeschützten Klippe am Baggeren waren. Kurz vor dem Ziel ein Stolperer und Lysa lag flach auf dem Boden. Der Sprint von Barbara um Lysa aufzuheben schien Didier dann völlig übertrieben, war doch gar nichts passiert, oder? Wenige Sekunden später donnerten gegen 400 Kilogramm Seelöwe eine zwei Meter hohe Steilwand runter auf den Sand, so ziemlich genau dort, wo unsere Tochter vorher lag! Lysa schien wenig beeindruckt, wir haben unsere Lektion allerdings gelernt: Unterschätze nie einen Seelöwen! Noch heute können wir nicht begreifen, wie so ein Koloss diese Klippe raufkam. Warum er runter kam, war schnell klar, er musste vis-à-vis dem Neuankömmling Präsenz markieren. Nach ein paar Brüllern und Boxen war die Sache erledigt und beide Seelöwen legten sich zum Pfusen in den Sand, der eine ausgerechnet auf Juliens Baustelle! „Seelöi fas uf Lysa achepolet“ ist seither Lysas Lieblingsgeschichte. Hier die Fotostory:

 


In Invercargill war aus wettertechnischen Gründen shoppen angesagt, die Kinder kriegten je zwei lange Thermoshirts, Julien eine dichte Regenjacke und Barbara neue Wanderschuhe. Wir sind jetzt Member von dem Laden…

Meet the Locals auf dem Stadtcamping.

Wegen dem nassen und kalten Wetter machten wir am letzten Strand vor dem Fjordland nur eine Mittagsrast statt wie vorgehabt ein, zwei Tage sun, fun and nothing to do. Die Wetterprognose lies leider keine Hoffnung auf Besserung zu. Also fuhren wir landein Richtung Te Anau. Unterwegs durften wir ein paar Jungs beim Schafschären zuschauen. Beim ziemlich ab vom Schuss gelegenen Monowai See landeten wir nach zwei Monaten cämpelen auf dem allerersten Platz, wo füürle erlaubt war! Wir parkten den Pfusbus mitten im Wald neben eine Feuerstelle und machten uns sofort an die Arbeit. Nach zwei Stunden brannte schliesslich unser Lagerfeuer auch mit nassem Holz und bei Nieselregen wunderbar, nur war dann leider schon fast Schlafenszeit. A propos schlafen, es wurde wieder einmal eine kurze Nacht. Um halb fünf erwachte Barbara wegen einem ungewöhnlichen Geräusch. Vermutlich verfetzte gerade ein Tier den Abfallsack, der draussen am Auto hing. Also raus aus den Federn und nachgucken gehen. Fehlanzeige, da war kein Tier. Wieder drinnen im Schlafsack aber wieder das Geräusch: Ein Tier am Nagen oder am Herumrennen, wir waren uns nicht einig. Aber eindeutig ein Tier im Auto. Nur wo? In der Standheizung? Die ging nämlich nicht mehr! Immerhin sprang der Pfusbus noch an. Didier nahm im Dunkeln das halbe Auto auseinander, leider erfolglos. Und Kollegen machten wir uns mit dem Lärm auch nicht. Aber das Lebewesen nagte munter weiter! Um halb sieben die nicht gerade ermutigende Feststellung, dass die Bordbatterie völlig leer war. Was zum Donner war hier los? Uns reichte es, wir legten uns nochmals eine Stunde schlafen. Neben Barbaras Ohr knabberte es derweilen fröhlich weiter…

Nach einer genauen Analyse unserer Lage und einem weiteren Automechanikereinsatz von Didier am nächsten Vormittag lag die Vermutung nahe, dass die Boardbatterie defekt war, weswegen auch die Standheizung nicht mehr funktionierte. Probleme hin oder her, wir hatten am Abend eine Verabredung im Milfordsound und wollten weiter. Zu fünft, unser neues Haustier beschloss nämlich, mitzukommen.

Byebye, die Pfusbüssler

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