Verfasst von: Barbara & Didier | Januar 28, 2013

Heimreise

Daheim, 28.01.2013, 55’000 km

Liebe Leute,
um es vorweg zu nehmen: Wir sind wieder zu Hause, und das schon seit einigen Monaten. Kopfüber landeten wir im Schweizer Alltag, schneller als uns lieb war. Jetzt aber wollen wir Euch noch das Ende unserer wunderbaren Geschichte erzählen.

Unsere Abfahrt aus London erfolgte kurz nach den olympischen Spielen. Wir machten den Pfusbus zum letzten Mal so richtig reisefertig und starteten in Richtung Süden. Nach so viel Sport stand noch einmal ein wenig Kultur auf dem Programm und wir besuchten in Südengland das berühmte Stonehenge. Obwohl touristisch maximal ausgeschlachtet, ist der Steinkreis trotzdem hochfaszinierend und auch ohne Ticket eine gute Sicht auf das Weltkulturerbe möglich. Als Camper hatten wir zudem noch einen weiteren Vorteil: Auf einem Nebensträsschen mit bester Sicht auf die mystischen Steine war campieren nicht verboten. Nicht nur wir, sondern auch zahlreiche andere Camper liessen es sich nicht nehmen und verbrachten die Nacht in Sichtweite. Eine Art Gesetzeslücke innerhalb der in Europa üblicherweise so stark regulierten Touristenströme ermöglichte uns noch einmal einen ganz speziellen Pfusplatz.


Spektakulär und mystisch.


Prima Pfusplatz so nah an Stonehenge.

Per Schiff nach Calais und dann in Richtung Belgien ging es weiter. Ein Zwischenhalt in Brügge machte uns wieder einmal die sprachliche Komplexität deutlich. Wie spricht man mit einem Flamen? Die Deutschen mögen sie nicht, die Franzosen auch nicht. Englisch? Ein bisschen touristisch. Also bestellten wir die Waffeln auf berndeutsch und das funktionierte bestens. In Lokeren machten wir den nächsten Zwischenhalt bei Barbaras ehemaligem Geschäftskollegen, Romain Cools. Ein Apéro folgte dem nächsten, wir wurden fürstlich mit lokalen Spezialitäten bewirtet, im Gästezimmer einquartiert und stellten einmal mehr erfreut fest, dass Gastfreundschaft auch in Europa gross geschrieben wird. Eine Velotour in der idyllischen Umgebung inkl. Fussballstadionführung rundete das Programm ab und wir machten uns weiter auf in Richtung Utrecht, wo schon der nächste Besuch anstand.


Da kam doch ein bisschen Wehmut auf. Ein Grimaldi Frachter wie unsere Grande Amburgo im Ärmelkanal.


Der schiefe Turm von Brügge?


Restaurant Zum Pfusbus?


Thanks Romain and Patricia for the great time wie spent with you!

Während der ganzen Reisezeit waren Bram und Anouk die beiden Personen, welche wir am häufigsten sahen: Zwei Mal in Argentinien, ein Mal in Chile und wieder in London. Klar besuchten wir sie nun zu Hause in Holland. Zusammen verbrachten wir viele Stunden quatschend auf dem Balkon (Marieke, welche wir auf der Osterinsel kennen lernten und ebenfalls in Utrecht wohnt, war ebenfalls mit von der Partie) und in Scheveningen, dem Strand von Den Haag. Eine Insiderstadtführung zu Fuss und per Pedalo in Amsterdam brachte uns Tags darauf  ziemlich ins Schwitzen, es herrrschten Temperaturen wie damals in der Gobiwüste!


Team Land Rover nimmt Team Pfusbus herzlich bei sich auf.


Holländer (fast) unter sich am Strand von Scheveningen.


Viel Flugverkehr über der Nordsee…


… und Schiffsverkehr in Amsterdams Grachten. Hier war kein Durchkommen mehr.


Anouk navigiert, Didier pedalt, Barbara fotografiert. Bram bringt faule Sprüche. Arbeitsteilung auf dem Pedalo.


Pfusboote in Amsterdam.

Als es am nächsten Tag noch heisser wurde, füllten wir unsere Kühlbox mit verschiedenen Flüssigkeiten und platzierten uns unter einen Baum an einem Kanal. Dabei blieb es. Nun schloss sich uns auch Rob an, den wir ebenfalls noch aus Patagonien kennen. Da wir uns nun schon JAHRE nicht mehr die Aare runter treiben lassen konnten, kam uns der Kanal gerade gelegen, wenn auch weder Fliessgeschwindigkeit noch Sauberkeit mit der Aare mithalten konnten. Gegen Abend kam der Pfusbus-Grill zum Einsatz und wir brutzelten einmal mehr zusammen Hamburger. Life is good.


Abkühlung in der Ersatz-Aare.


Utrechts Altstadt ist auch ein Bijou, allerdings liessen wir hier das baden sein.

Übrigens nach 29 Ländern auf dieser Reise hier die Auflistung, wo unsere Kreditkarten nicht funktionieren: Iran, Holland. Da staunt der Laie. Nach schwerem Abschied ging es nun zurück durch Deutschland, wo die Polizei in Zivil das fröhliche Autobahnkilometerfressen abrupt stoppte. Didiers Beteuerung, der letzte Marihuanakonsum liege mindestens 14 Jahre zurück, fand keinen Anklang und so musste der Plastikbecher auf dem Pannenstreifen halt gefüllt werden. Natürlich bestanden wir souverän.


Der Empfang zu Hause klein, aber herzlich. Das grosse Wiedersehen fand ja schon bei unserer erster Rückkehr im Mai statt.

Alles hat ein Ende, und so fand unser Abenteuer nach fast eineinhalb Jahren auf Achse, 55’000 Kilometer mehr auf dem Pfusbustacho und unzähligen wunderbaren Erinnerungen im Kopf und im Herzen im August 2012 sein Ende. Wir sind unendlich froh, den Mut für so ein Unterfangen aufgebracht zu haben und dankbar für jedes Erlebnis, jede Erfahrung. Wir werden ein Leben lang davon zerren können.

Das eine Abenteuer ist zu Ende, das nächste hat bereits begonnen. Es ist das wertvollste Reisesouvenir überhaupt, hat bereits Hände und Füsse und wird voraussichtlich im April die Welt erblicken. Wir sind überglücklich!

Wir möchten allen Lesern unseres Blogs ganz herzlich danken. Wir haben in den letzten eineinhalb Jahre so unglaublich viel erlebt und es bedeutet uns viel, dass wir wenigstens einen kleinen Teil davon mit euch teilen konnten. Wenn ihr jetzt noch mehr von uns wissen wollt, müsst ihr vorbei kommen. Nuestra casa es su casa!

Liebe Grüsse
Barbara & Didier

Foto


Responses

  1. Ihr seid die genialsten Blogschreiber des Planeten. Von mir aus könnt Ihr auch hier weiter schreiben, ich les Euch für sLäbe gärn!
    Auf baldige Heimsuchung meinerseits und danke danke danke für das Dörfemiterläbe! Michaela


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