Verfasst von: Barbara & Didier | Dezember 17, 2016

A Home from Home

G’day Mates,

Nach zwei Hotelnächten war die Zeit reif für einen Ortswechsel, wir packten unsere sieben (-hundert) Sachen in den gemieteten Toyota Corolla und fuhren gegen Norden. Nach dreimal Scheibenwischen statt Blinken hatte Didier das auf der falschen Seite fahren im Griff und fuhr uns traditionsgemäss erstmal durchs Zentrum der Millionenstadt Auckland, für einmal gewollt! Bald endete die Autobahn und die nächsten 3 Stunden gings auf der unglaublich kurvenreichen Hauptstrasse rauf und runter und rauf und runter und… Das Tempolimit beträgt auf solchen Strässchen ausserorts 100 km/h, wir konnten es kaum fassen!!

Was für ein Wiedersehen in Kerikeri: Claire und Clive erwarteten uns in ihrem neuseeländischem Daheim und hiessen uns herzlich willkommen. Wir hatten uns vor über vier Jahren in Bukhara, Usbekistan, kennengelernt. Die beiden waren mit dem Rucksack unterwegs, wir mit dem alten Pfusbus. Die ältesten Backpacker, die wir jemals getroffen haben! Während den Olympischen Spielen 2012 in London durften wir den Pfusbus auf dem Vorplatz von ihrem Londoner Haus parken. Hier in Neuseeland durften wir gleich den Master Bedroom mit eigenem Bad beziehen, deluxe! Auf die Kinder wartete selbstgemachte Knete auf einem extra gekauften Kindertisch mit passenden Stühlchen und auf uns ein toller Lunch. Und das war nur der Anfang. Claire und Clive bewirteten uns fürstlich, nahmen uns mit auf einen Bootsausflug, führten uns zu zwei wunderschönen Wasserfällen und gaben uns jede Menge Tipps zum Einkaufen und für Ausflüge ans Meer. Dazwischen blieb viel Zeit zum Reden und wir erfuhren viel über Land und Leute. Clive stellte sicher, dass Lysa und Julien bald die wichtigsten Ausdrücke auf Neuseeländisch beherrschten und so hallten g’days und see yas durch das Haus. A propos Haus, so ein 70er Jahre Bungalow mit tropischem Garten könnten wir uns auch als Altersresidenz vorstellen.

Das neuseeländische Daheim von Claire und Clive.

Versteckis spielen im Garten.

Beim Böötlen.

Das älteste Steinhaus Neuseelands (1836).

Der Sonntagsausflug führte uns nach Paihia, dem Touristenzentrum der Bay of Islands. Natürlich zog es uns nicht nur ans, sondern auch aufs Wasser und so setzten wir mit einer kleinen Fähre rüber nach Russell. Auf dem Pier versenkte Lysa ihre Babysonnenbrille bei der erstbesten Möglichkeit im Meer und war dann mit dem neuen selbst ausgesuchten Gestell auf der Nase im Nu Everybodies Darling im Dörfchen. Zurück am Sandstrand von Paihia waren die Kids pflotschnass bevor wir überhaupt die Badehosen aus dem Rucksack geholt hatten. Natürlich mussten auch noch die brandneuen Sändelischaufeln getestet werden, dann gings zurück nach Kerikeri. Dank einem netten Biobauern und dessen handgezeichnetem Plan konnten wir Julien einen grossen Wunsch erfüllen: Zu sehen, wie und wo richtige „Piggis“ (Kiwis) wachsen!

Wer ist die Coolste im ganzen Land?

Hübsch kann man wohnen in Russell.

Bay of Islands.

1. Wunsch erfüllt!

Lysa sorgte mit einem Brechanfall für eine kurze Unterbrechung der sorglosen Zeit, aber genaugenommen war das Timing perfekt: Die Waschmaschine im Haus kam uns sehr gelegen. Und mitten im subtropischen Garten Wäsche aufhängen ist sogar eine erstaunlich schöne Angelegenheit.

Während Didier zurück in Auckland bei Clives Schwester Valerie und deren Mann Pat versorgt und verwöhnt wurde, spielten Claire und Clive ihre ersatzgrosselterlichen Trümpfe aus (die beiden waren kurz davor, zum ersten Mal Grosseltern zu werden). Im Garten herumtoben, Seifenblätterlen und Entenfüttern am nah gelegenen Bach gehörten zum Tagesprogramm. Ein Highlight war der Besuch im Vogelpark. Julien und Lysa durften den handzahmen Tieren Körner und Nüsse füttern und sie halten und streicheln. Auf dem dazugehörigen Spielplatz konnten wir das Znüni vom Baum pflücken, seither mag sogar Julien Mandarinen!

Grossvater und…

Grossmutter auf Zeit.

Währenddessen bestanden Didier und der Pfusbus in Auckland alle erforderlichen Tests. Als alte Hasen im Verschiffungsbusiness nahmen wir die Tatsache, dass die Auslösung aus dem Zoll genau doppelt so teuer war, wie veranschlagt, einzig mit einem Schulterzucken zur Kenntnis. So what… Dann war er da, der Pfusbus! Die Kids verschwanden sofort im Fahrzeuginnern und wir hatten eine geschlagene Stunde Zeit zu zweit, alles für die grosse Fahrt vorzubereiten.

Zum 1. Mal neuseeländischen Boden unter den Rädern.

Der Pfusbus ist da!

Am nächsten Tag hiess es Abschied nehmen von Claire und Clive, die beiden fuhren für ein paar Tage nach Süden und wir wollten in den Norden. Thank you so much for everything, you are wonderful people! Erst einkaufen, dann losfahren war der Plan. Da war aber kein Strom im Haus und wie sich herausstellte auch kein Strom in Kerikeri. Und ohne Strom kein Einkaufen, und ohne Einkaufen kein Essen, und ohne Essen kein Losfahren. Einzig Briefmarken konnten wir kaufen, der Pösteler hatte vor dem Postgebäude auf einem Campingtischchen einen Verkäuferlisstand aufgebaut. Der Grund für den Stromausfall konnte er auch nennen, da hat doch also tatsächlich so ein Vollidiot in die Stromverteilerzentrale geschossen! Wo sind wir da bloss gelandet? Wir fuhren zurück zu Claire und Clive, campten auf ihrem Hausplatz und waren glücklich und zufrieden mit den Solarzellen auf dem Pfusbusdach.

See ya, die Pfusbüssler

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Responses

  1. na das ist ja schön von Euch zu hören. Wieder on Tour – wunderbar!
    Ich wünsche Euch nur das Beste und ich bin sicher ihr seid im nu wieder im alten swing and drive. suerte amigos t.

    Gesendet von Windows Mail


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