Verfasst von: Barbara & Didier | März 18, 2011

Westtürkei

Bergama, 18.3.2011, 3408 km

Liebe Leute


Weils so schön ist starten wir gleich mit einem Foto: Die blaue Moschee von der Dachterrasse unseres Hotels aus bei SONNENSCHEIN! Juhuii! Auf gings aus Istanbul raus in Richtung  Gallipolli Halbinsel. Schnell lernten wir, dass auf der Karte gelb eingezeichnete Strassen – das bedeutet immerhin drittgrösste Kategorie – entweder einer CH-Hauptstrasse entsprechen oder aber nicht einmal den Standard eines Feldweges erreichen. Wir sind ziemlich überzeugt, bereits in Dörfer gelangt zu sein wo vorher noch kein Mitteleuropäer war…

Was uns sehr zu denken gibt ist die Abfallentsorgung, so was haben wir echt noch nie gesehen: Das Land ist übersät von Müll; an den Zäunen, in Bäumen und Büschen hängen Plastiksäcke, die Strassengräben und ganze Felder sind ein einziger Abfallberg. Da haben sie noch was zu lernen die Türken!

Im ersten Weltkrieg versuchten die Briten hier auf der Gallipolli-Halbinsel vergeblich, den Zugang zum Schwarzen Meer zu erobern. Über 130’000 Neuseeländer, Australier, Franzosen und Türken verloren ihr Leben. Zum Gedenkfestival der gefallenen türkischen Soldaten am 18. März werden von jeder türkischen Universität 5 Studenten erwartet. Während unserem zweitägigen Aufenthalt haben die Arbeiter rund 10 von nötigen 100 Zelten gestellt, wir zweifeln ein bisschen ob das reicht bis Überübermorgen… Berkan und Cavit, Studenten aus Istanbul und hier als Volunteers beim Roten Halbmond (türkisches rotes Kreuz) tätig, waren anscheinend die Chefs. Folgedessen sassen sie mit uns den ganzen Nachmittag an der Sonne, spendieren einen türkischen Tee nach dem anderen und beantworten all unsere Fragen zu Land und Leute. Super interessant! Nach dem Besichtigen der verschiedenen Denkmäler am folgenden Tag wars an der Zeit für einen Lazy Afternoon mit Lesen, Faulenzen und Quallen vom Pier aus beobachten. Also nix mit Baden…


So haben wir uns das vorgestellt!


Schon wieder zum Cay (sprich Tschai) eingeladen, diesmal von Efendi und Familie.

Mit dem Türkisch geht’s übrigens schon recht gut, wir haben sicher bereits 10 Minisätze drauf! Ist schon spannend, kaum ist man aus Istanbul raus, spricht kein Mensch mehr Englisch. Noch ein paar Tage und wir wären bei diesem Pantomimen-Spiel (wie heisst es schon wieder?) nicht mehr zu schlagen, hihi…


Unser Pfüsbüsleri (=türkischer Kosename) bei der Überfahrt auf asiatischen Boden natürlich zu vorderst.

Nach der kurzen Überfahrt auf den asiatischen Kontinent rollten wir gegen Troja. Nein, es ist nicht wie im Film. Hollywood hat hier grössentechnisch definitiv übertrieben. Schwer nachzuvollziehen, wie die Griechen dieses kleine Städtchen während Jahren nicht einnehmen konnten. Auch wenn von Troja nicht mehr viel zu sehen ist, eindrücklich wars trotzdem, denn die Stadt wurde während 2500 Jahren zehn Mal neu gebaut.

Alexandria Troas, abseits der grossen Touristenströmen gelegen, beeindruckt mit den beiden erhaltenen Rundbogen. Alles andere wurde leider bei einem grossen Erdbeben zerstört. Auch extrem eindrücklich waren die Ruinen von Assos, hoch über dem Meer auf einem Hügel gelegen. Wir versetzten uns gedanklich 3000 Jahre zurück und streiften stundenlang durch Tempelanlagen, Theater, Marktplatz, Badeanlagen usw. Ausser einer Schlange, Didier hat nur den letzten (!) Meter von ihr gesehen, hatten wir die Ruinen für uns alleine. Eine schöne Nebenerscheinung wenn man nicht in der Hochsaison unterwegs ist. Dank dem Tipp von Samira und Rahim aus München quetschten wir den Pfusbus gegen Abend durch ein winziges Gässchen am Hafen bis zu ihrem Übernachtungsplatz, wo wir zusammen einen langen, gemütlichen Abend mit Reisefachsimpeln, Bier und Raki verbrachten. War wirklich toll, danke Euch beiden!

Unser letztes Ruinenziel war Bergama (oder Pergamon). Landschaftlich zwar nicht mehr ganz so schön gelegen wie Assos, dafür aber noch eine Spur eindrücklicher. Die Stadt hat mit ihren 150‘000 Einwohnern an und auf einem Berg wohl etwa so ausgesehen wie die weisse Stadt in Lord of the Rings: Riesige Burganlagen, Theater, Tempel und Wohnsiedlungen.


Hübsche kleine Ruinen (Alexandria Troas)


Grosse Ruinen in grossartiger Landschaft (Assos)


Riesige Ruinen. Die weisse Stadt lässt grüssen. Das Theater fasste über 10’000 Personen und ist viel steiler als das Allmendstadion (Pergamon)

Jetzt gehts wieder auf nach Istanbul, wo „inshallah“ das turkmenische Visum auf uns wartet.


Liebe Grüsse von den Pfüsbüslern


Responses

  1. Hallo Ihr beiden.
    Vielen Dank für Eure tollen Reiseberichte ich verschlinge sie immer gleich… Wir hoffen es geht Euch gut? Bei uns ist alles beim Alten, lea und yael sind verschnupft und husten aber ich hoffe das es mit dem schönen Wetter bald auch das geschafft ist.
    Bis bald.
    Liäbs Grüässli


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